Firmensteuern

SV 17 Statuswechsel V

Wie ich gestern im Blog SV 17 Statuswechsel V bereits geschildert habe, benötigt man dazu das Einverständnis der zuständigen Steuerbehörden. Im Fachjargon spricht man von einem „Steuerruling“ (steuerlicher Vorbescheid).

Grundsätzlich stellen solche steueramtliche Vorbescheide Auskünfte dar, die zwar weitgehend rechtlich bindend, aber ohne Verfügungscharakter sind. Ich selber habe diese „kleine Finesse“ in meiner über 50-jährigen Praxis nicht als hindernd empfunden; sämtliche Steuerrulings wurden von den Steuerbehörden jeweils anstandslos akzeptiert. Voraussetzung ist natürlich, dass die Sachverhaltsgestaltung dem Ruling entspricht und die Auflagen bzw. gesetzlichen Voraussetzungen auch effektiv erfüllt werden.

Im Fall Statuswechsel wird es vermutlich insbesondere darum gehen, wie dass die stillen Reserven ermittelt werden. Als Beispiel kann dienen: was ist das Patent wert, dass da plötzlich aktiviert – im Sinne von Aufdeckung von stillen Reserven – und in späteren Steuerperioden steuerwirksam abgeschrieben werden soll.

Man sieht auf einen Blick den potentiell entstehenden Interessenkonflikt: der/die Steuerpflichtige sieht einen „hohen“ Wert (das schafft Abschreibungspotential) und die Steuerbehörden sehen tendenziell eher einen tieferen Wert (das verhindert steuerminderndes Abschreibungspotential). Also lohnt es sich für die Steuerpflichtigen ein hieb und stichfestes Bewertungsgutachten einzuholen; das ist zwar oft mit (hohen!) Kosten verbunden, die dann durch Steuereinsparungen (möglichst mehrmals!) amortisiert werden können.

Das gilt natürlich nicht nur für das eben illustrierte Aktivum „Patent“ sondern für sämtliche Aktiven und Passiven (z.B. Rückstellungen) der Gesellschaft, die den Statuswechsel jetzt zwingend vornehmen muss.

Ich schliesse mit diesem „SV Statuswechsel V“ vorläufig die Debatte über den Statuswechsel; aber eben nur „vorläufig“, denn es kann schon sein, dass durch unvorhergesehen auftauchende „Praxispräzisierungen“ ein weiterer Blog notwendig wird.