Firmensteuern

SV 17 Statuswechsel IV

In den letzten Blogs über die (noch nicht beschlossene und natürlich auch nicht in Kraft getretene Steuervorlage 17 (SV 17)) habe ich geschildert, wie dass die Steuerbehörden sich die Bilanzanpassungen der privilegierten Gesellschaften vorstellen. Es ging dort ausschliesslich um fiskaltheoretisch motivierte Betrachtungen.

 

Was aber für die real existierende Steuerpraxis noch wichtiger ist, ist die handelsrechtliche Bewältigung dieser Steuerreform. Es gibt da nämlich eine Frist, die einzuhalten ist: bis am Tag vor dem Inkrafttreten der neuen Bestimmungen im Steuerharmonisierungsgesetz (StHG) – wahrscheinlich per 31. Dezember 2019 – sind die stillen Reserven buchmässig aufzudecken. So die Ansicht der Steuerbehörden.

 

Da gibt es aber ein handelsrechtliches Problem: In OR 960a wird nämlich klar festgehalten, dass bei der Ersterfassung die Aktiven höchstens zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet werden können. Und weiter: in der Folgebewertung (um das könnte es sich hier handeln!) gilt das Gleiche. Wird nämlich diesen Vorschriften nicht genüge getan, so werden die künftigen Abschreibungen nicht anerkannt, da ja sie buchmässig nicht vollzogen wurden bzw. gar nicht vollzogen werden konnten.

 

Vermutlich wird die Lösung darin bestehen, dass eine sog. «Steuerbilanz» geführt wird. Diese müsste aber vor dem 31. Dezember (voraussichtlich) 2019 mit den zuständigen kantonalen Steuerbehörden mittels eines sog. steuerlichen Vorbescheides (Steuerruling) vereinbart werden.

 

Welche Regeln da einzuhalten sind, werde ich in einem kommenden Blog (SV 17 Statuswechsel V) versuchen aufzuzeigen.