Allgemein, Firmensteuern

Grau-schwarze Liste droht; Steuervorlage 17 (SV17) gefährdet; by Michael Leysinger, LL.M. international Tax Law(UZH)

(10.12.2016). Redaktor Peter Morf, Finanz- und Wirtschaft, hat in der gestrigen Ausgabe auf S. 3 unter dem Titel „Schwarze Liste droht“ eine erste Aufzählung der in der Vernehmlassung zur SV17 gestellten „Extremforderungen“ genannt. Diese – so Redaktor Morf – könnten die SV 17 gefährden.

Zur Erinnerung: die EU hat die Schweiz zusammen mit weiteren 46 Länder auf eine „Graue – Liste“ in Steuersachen gesetzt. Werden die steuerlichen Sonderregelungen für Wenige nicht bis Ende 2018 abgeschafft, so droht statt der „Grauen Liste“ eine „Schwarze Liste“. Das hätte – meiner Meinung nach – unglaubliche Nachteile für unsere Volkswirtschaft.

Bei uns geht es also darum, die kantonalen Sonderstati abzuschaffen (ausländisch beherrschte Domizilgesellschaften etc.). Das war bereits im Rahmen der Unternehmenssteuerreform III geplant. Diese wurde ja bekanntlich am 12. Februar 2017 vom Volk abgelehnt.

Nun versuchen – immer noch gemäss den Angaben von Redaktor Morf –  die dem eher linken politischen Spektrum angehörenden Kreise steuerpolitische Maximalforderungen durchzusetzen (wie z.B. Minimalsteuern, Beschränkung des Kapitaleinlageprinzips, Teilbesteuerung von qualifizierten Dividenden rückgängig machen etc.).

Ich habe in diversen, in den letzten Monaten publizierten Blogs, zum Projekt SV17 meine Meinung kundgetan: vereinfachen, vereinfachen und nochmals: vereinfachen. Tiefe Steuersätze für alle und keine Sonderausnahmen für ausländisch beherrschte Domizil- und andere Gesellschaften. Der tiefe Steuersatz (der dann für alle juristischen Personen gelten würde), die Rechtssicherheit und die intakte Infrastruktur unseres Landes reichen allemal für einen attraktiven Unternehmensstandort. Und die Steuerkassen können sich laben an den vielen Einnahmen.