Allgemein, Firmensteuern, Persönliche Steuern, STAF/SV17 (STAF = Steuerreform & AHV-Finanzierung), Steuervorlage 2017 (SV17)

464. Reingewinn & Abschreibungen – ein (ganz im Sinne des Wortes) merkwürdiges Paar. By Michael Leysinger, dipl. Wirtschaftsprüfer, dipl. Steuerexperte. SV17, STAF.

(05.01.2019) In DBG 59 heisst es (für juristische Personen) ganz banal: „Gegenstand der Gewinnsteuer ist der Reingewinn“.

Dieser ist ersichtlich aus der Erfolgsrechnung, vorausgesetzt alle Buchungen seien korrekt erfolgt. Diese Erfordernis ist – bis auf eine Ausnahme – eigentlich immer der Fall (es gibt quasi keine „unkorrekten“ Buchhalter mehr).

Die Ausnahme heisst: „Abschreibungen„.

So beispielsweise bei einem Gebäude mit Grundstück. Hier stellt sich die Frage: „Was kann wann  und wie lang abgeschrieben werden?“.

Die Leserin, der Leser werden Verständnis haben, dass ich an dieser Stelle auf diese komplexe Frage nicht in all ihren vielseitigen Facetten eingehen kann.

Deshalb schildere ich kurz die „Praktikerlösung“ und stütze mich auf den kürzlich erfolgten – sehr professionell und gut verständlich (soweit das überhaupt ging!) abgefassten Bundesgerichtsentscheid (vgl. BGE 2C_330/2017 vom 16. Juli 2018).

Es ging um die Frage, wann und ob beim Entscheid ein Gebäude abzureissen, eine Abschreibung bis auf den (ursprünglichen!) Bodenwert vorgenommen werden kann.

Im 2C_330/2017 –  Fall wollte das die Eigentümerin 2 Jahre vor dem „Abriss“ tun. Dies wurde von den Richtern m.E. zu Recht verweigert. Die Wertverminderung sei damals (also x – 2 Jahre) noch nicht eingetreten.

Eine solche Wertberichtigung/Abschreibung sei erst in dem Geschäftsjahr möglich, in dem dann der tatsächliche Abriss des Gebäudes erfolgt.

Ein Hinweis in Funktion meiner Ausbildung als Buchhalter dazu: Land (Boden) und Gebäude sollten immer – sofern möglich – separat bilanziert werden.