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450. Die immerwährenden Missverständnisse rund um Blockchain; Blockchain und Kryptowährungen sind KLAR zu UNTERSCHEIDEN! By Michael Leysinger, LL.M. International Tax Law (UZH), dipl. Wirtschaftsprüfer.

(22.12.2018) Aus der gestrigen NZZ (21.12.2018; Michael Schäfer) war unter dem Titel „Mit Blockimmo ermöglicht de erste Anbieter in der Schweiz den Immobilienkauf über die Blockchain“ zu lesen, der insinuierte, dass mit Anwendung der Blockchaintechnologie in der Schweiz eine Immobilie bzw. ein Teil davon käuflich sei.

Das ist irreführend. Denn die Leserin, der Leser könnte der Ansicht sein, eine Immobilie sei mittels Blockchaintechnologie zu erwerben. Oder anders ausgedrückt: es ist kein Grundbucheintrag mehr notwendig; „Eintrag“ im Blockchain genügt; dieser wäre dann jederzeit auf Dritte übertragbar.

Nein, das von Redaktor Schäfer beschriebene „Blockimmo – Konzept“ geht ganz traditionell vor: eine „Fonds“ kauft die Immobilie und diese wird entsprechend im Grundbuch eingetragen. Die (hilflosen?) Anlegerinnen und Anleger können sich dann über „sogenannte Security-Token“ an dem Fonds beteiligen.

Der Vorteil für die (dummen?) Anleger soll angeblich darin bestehen, dass man mit kleinen Summen zu geringen Kosten in Immobilien investieren kann.

Das ist nichts Neues; es gibt zuhauf Immobilienfonds wo man das seit Jahrzehnten tun kann.

Zuerst müssen alle Beteiligte unterscheiden können zwischen „Token“ (Bitcoin & Co) und der Blockchaintechnologie.

Die Token benötigt es nicht, um via letzterer eine Liegenschaft zu erwerben; der CHF reicht da vollkommen aus.

Was es hingegen braucht ist ein Grundbuch, das auf Blockchaintechnologie aufgebaut ist. Und davon sind wir (leider!!) noch weit entfernt.

Zuerst muss also begriffen werden, dass die „Token“ (Bitcoin & Co.) Spekulationsobjekte sind und nicht notwendig sind, um die enorm potente Blockchaintechnologie zu verwirklichen.

Die Anlegerin, der Anleger geht im „Blockimmo – Deal“  (mindestens!) zwei (+) Risiken ein: Wertschwankung des „Token“, diejenige der Immobilie und dann möglicherweise auch noch der Totalverlust wegen der „Instabilität“ (sie sehen, ich bleibe „höflich“!) des Konstruktes.