Allgemein, Firmensteuern, MWST, Persönliche Steuern, STAF/SV17 (STAF = Steuerreform & AHV-Finanzierung), Steuervorlage 2017 (SV17)

435. In welcher Steuerperiode ist die potentiell geschuldete Vermögenssteuer zu berücksichtigen? By Michael Leysinger, LL.M. Taxation(FH); dipl. Steuerexperte. SV17, STAF.

(07.12.2018) Am gestrigen „Samichlaus Tag“ habe ich zuunterst im Sack für einmal keine Rute sondern ein überraschendes Bundesgerichtsurteil (2C_489/2018 und 2C_490/2018 vom 13. Juli 2018) gefunden.

Überraschend deshalb, weil ich – leider wie so oft (sic!) – es – auch beim banalsten Fall  unterlasse, dem 11. Gebot „Lies das Gesetz“ zu folgen.

So beispielsweise bei der Kontrolle einer Vermögenssteuer. Dafür steht in StHG 17 I klar und deutlich: „Das steuerbare Vermögen bemisst sich nach dem Stand am Ende der Steuerperiode oder der Steuerpflicht„.

Da meistens die geschuldeten Steuern erst (oft lang!) nach dem „Ende der Steuerperiode“ bekannt werden, wird es unterlassen, die Steuerschulden in der Steuererklärung zu deklarieren.

In der E. 3.2 der oben erwähnten Entscheide schreibt das Bundesgericht ganz deutlich:

„Steuerobjekt der Vermögenssteuer ist das gesamte Reinvermögen, also das Nettovermögen. Im System der Gegenwartsbemessung gelten sämtliche Einkommens- und Vermögenssteuern des laufenden Kalenderjahres als bereits entstanden, weshalb sie in der Vermögenssteuer des Laufjahres als Schulden berücksichtigt werden können. Da die Veranlagung noch aussteht, ist das Steuerbetreffnis nach pflichtgemässem Ermessen zu schätzen“.

Also, man merke sich: Lies nicht „nur“ Bundesgerichtsurteile sondern vorher auch noch das betreffende Gesetz – und spare entsprechend wertvolles Steuergeld.