Allgemein, Firmensteuern, Persönliche Steuern, STAF/SV17 (STAF = Steuerreform & AHV-Finanzierung), Steuervorlage 2017 (SV17)

429. „Lausige“ Steuerplanung bei einer Baurenovation. By Michael Leysinger, dipl. Steuerexperte; dipl. Wirtschaftsprüfer. SV17 STAV

(01.12.2018) Eine alte Kamelle muss man dann und wann wieder bringen, schon nur um zu zeigen, dass unsere „Zunft“ auch noch eine „Historikerabteilung“ hat.

Also: in StE 11/2018 wird wieder einmal ein  Urteil  -das einem bekannt vorkommt – widergegeben und dass irgendwann in einem Kalenderjahr immer wieder auftaucht.

Tatsächlich hat in B 25.6 Nr. 74 (Kanton BL, monistisches Grundstückgewinnsteuersysten) wieder ein solcher Fall Urständ gefeiert.

Was war passiert? Eine Liegenschaft bestand aus mehreren Stockwerkeigentümerparzellen die bislang gewerblich genutzt wurden. Gut so.

Nun kam aber die Eigentümer auf die Idee, eine der Stockwerkeigentümerparzelle (nennen wir sie „Sünde„) in eine Wohnung um zubauen. Das fand in  Liestal – (Hinweis für meine Ausländischen Kolleginnen und Kollegen: Liestal ist der Kantonshauptstadt eines wichtigen (Halb) Kantons (vgl. mit einem Bundesland) und hat ein eigenes Steuergesetze, das allerdings  aber konform sein muss mit dem (Bundes) Steuerharmonisierungsgesetz (StHG)) – keine grosse Fangemeinde und landete schliesslich beim Kantonsgericht Basel – Landschaft (6. Juni 2018).

Das Urteil ist „kristallklar“: von steuerlich abzugsfähigem Liegenschaftsunterhalt kann keine Rede sein; sämtliche Aufwendungen sind Gestehungskosten.

Das ist natürlich für den Steuerpflichtigen ein steuerlicher „GAU“, denn er verliert damit (vielleicht) endgültig die steuerliche Wirksamkeit des Abzuges der Gestehungskosten des ersten Baues.

Man lehrt: bei jedem Bauprojekt sollte zu einem gewissen Zeitpunkt eine Steuerfachperson mitwirken.