Allgemein, Firmensteuern, Persönliche Steuern, STAF/SV17 (STAF = Steuerreform & AHV-Finanzierung), Steuervorlage 2017 (SV17)

427. Strenge Regeln für Anlagekosten bei der Grundstückgewinnsteuer. By Michael Leysinger, LL.M. Taxation(FH); dipl. Treuhandexperte. STAV SV17.

(29.11.2018) Heute wollen wir einmal näher über die Grundstückgewinnsteuer (G) sprechen.

Es geht bei G darum, dass erzielte Gewinne bei der Veräusserung eines Grundstückes besteuert werden können. Ein solcher „Gewinn“ entsteht dann, wenn der erzielte Ertrag höher ist als die Anlagekosten.

Was sind nun „Anlagekosten„? Ganz typisch: der Kaufpreis einer Liegenschaft. Oder: der Erstellungswert (Land + Bauabrechnung) derselben.

Der (steuerbare) Grundstückgewinn berechnet sich indem man dem Erlös den Erstellungswert (Anlagekosten) gegenüberstellt. Also beispielsweise: Land 100 + Bauabrechnung 1’000 = Anlagekosten 1’100. Beim Verkauf dieser Liegenschaft wird ein Erlös von 1’350 erzielt. Also beträgt die Berechnungsbasis (Steuersubstrat) für die G 250 (1’350 – 1’100).

Das ist an sich „banal“. Schwieriger wird es, wenn sog. „virtuelle Kosten“ in die Berechnung des Steuersubstrates mit einbezogen werden. Also Kosten, die zwar „vorhanden“ sind, aber – und das ist entscheidend – nicht bezahlt werden mussten (deshalb: „virtuell“).

Das Bundesgericht hatte in einem Zürcher Fall (für Profis: vgl. StE B 44.13.1 Nr. 8; für Normalos: michael@leysinger.tax )  zu entscheiden, ob solche virtuellen Kosten als Anlagekosten geltend gemacht werden können.

Sie können es nicht: nur der wirklich bezahlte Aufwand kann bei der G als Anlagekosten geltend gemacht werden.

Bei der Jahresrechnung eines Unternehmens gibt es regelmässig aktive/passive Abgrenzungen. Der „Cash“ für diese Abgrenzungen fliesst nach dem Abschluss.

Bei der G geht das nicht; denn es gibt keinen „zweiten“ Abschluss.