Allgemein, Firmensteuern, Persönliche Steuern, STAF/SV17 (STAF = Steuerreform & AHV-Finanzierung)

426. Keine vermutete „Genferei“ – im Nachsteuerverfahren erhobene Zinsen dürfen beim „Nachsteuersünder“ als steuerwirksamer Abzug geltend gemacht werden.

(28.11.2018) Man hat immer so den Eindruck, dass alle Elemente die in einem Nachsteuerverfahren vorkommen, einen mehr oder weniger dicken „pönalen“ (also strafrechtlichen) Charakter haben.

Aus einem vom Bundesgericht beurteilten „Genfer – Fall“ (2C_258/2017 = StR 2018 H.10        S. 820 – 830) wird man eines besseren belehrt:

„Die im Rahmen von Nachsteuerverfahren erhobenen Verzugszinsen stehen auch dann, wenn sie eine besondere Kategorie von Schuldzinsen darstellt, mit der sich aus dem Nachsteuerverfahren ergebenden Geldschuld in Verbindung und dürfen vom Einkommen des Steuerpflichtigen abgezogen werden“.

Wer das künftig tun will, ist gut beraten, den ganzen Entscheid (Referenz: vgl. oben) zu studieren. Denn es gab noch einige andere heikle Fragen zu beurteilen, die möglicherweise einen Einfluss auf diese Rechtsprechung hatte.

Zudem wurde das Nachsteuerverfahren offenbar von der Vorinstanz „erweitert“;  das hat das Bundesgericht nicht zugelassen.

Dieser „Nebenstreit“ hatte aber auf die in diesem Entscheid von mir speziell hervorgehobene Aussage (die im Nachsteuerverfahren erhobenen Verzugszinsen sind einkommenssteuerrechtlich absetzbar) keinen Einfluss.

Quasi im „Schlusswort“ bestätigt das Bundesgericht dieses Praxis indem es explicit ausführt: „……….In zeitlicher Hinsicht ist es nicht unhaltbar anzunehmen, dass der Steuerpflichtige sie (gemeint sind die Schuldzinsen) von seinem Einkommen und Vermögen in jedem der durch das Nachsteuerverfahren betroffenen Steuerjahre abziehen darf“. (Hervorhebungen durch den Autor).

Die gesetzlichen Grundlagen dafür finden wir in DBG 33a und StHG 9 II und diese sind für alle verbindlich.