Allgemein, Firmensteuern, MWST, Persönliche Steuern, STAF/SV17 (STAF = Steuerreform & AHV-Finanzierung), Steuervorlage 2017 (SV17)

425. Das „Berner – SV17/STAF – Drama“ oder „Guet Nacht, Frau Seeholzer“; By Michael Leysinger, LL.M. International Tax Law(UZH).

(27.11.2018) Gestern habe ich im Blog #424 bezüglich des „Berner – Steuer – Dramas“ folgendes geschrieben:

„Heute Nachmittag werde ich an einer vom Kanton Bern organisierten Steuertagung „Aktuelles aus der Steuerverwaltung des Kantons Bern“ teilnehmen und erfahren, was diese riesige Überraschung für Folgen haben wird und wie dass der Kanton Bern gedenkt zu reagieren.“

Ich habe den Nachmittag in der Berner – Allmend (neben dem legendären Eishockey – Stadion) verbracht  und bezüglich „SV17/STAF“ von den (übrigens äusserst kompetenten!) Referentinnen/Referenten bezüglich dem „Abschiffen“ der Steuervorlage nur „Resignation“ gehört.

Eigentlich nicht verwunderlich, denn ihre Arbeit wurde jetzt von den „Linken“ zum  „scrap“ degradiert.

Obwohl ich altershalber kein „Linker“ bin, habe ich ein gewisses (eigentlich ein grosses!!) Verständnis für deren Argumentation.

Denn ein bisschen vereinfacht formuliert beinhaltet „SV17/STAF“ Erleichterungen für die grossen Statusgesellschaften indem eine (steuermindernde) „Patentbox“ eingeführt wird.

Eine solche ist grundsätzlich nicht zu bemängeln. Nur: diese ist (wieder! vgl. USRIII) nur für die „Grossen“ erhältlich; die KMU’s können zwar dort theoretisch, aber praktisch nicht mitmachen, da sie nicht über die notwendigen administrativen Mittel (Personal, Zeit, Geld etc.) verfügen.

Hingegen – und das ist die zynische Folge – sind die KMU hochwillkommen bei der Refinanzierung dieser „Patentbox“, nämlich:

a) Erhöhung der Dividendenbesteuerung;

b) Anpassungen (zu Lasten der KMU) beim Kapitaleinlageprinzip;

c) Zusatzfinanzierung der AHV in der Höhe von 2 Mia. CHF.

Oder kurz zusammengefasst: die Steuerreduktionen erhalten die Grossen und die Refinanzierung dieser Steuerreduktionen zahlen die KMU.

So geht’s natürlich nicht; dem Berner Stimmvolk konnte man nicht ein X für ein U vormachen! Und andere Kantone werden folgen.

Irgend jemand hat einmal gesagt: „Guet Nacht, Frau Seeholzer!“