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406. Das steuerliche Schicksal des „Porsche Panamera“ von Herrn Dr. X., Zahnarzt. By Michael Leysinger, dipl. Steuer- und Treuhandexperte. SV17.

(08.11.2018) Herr. Dr. X., eidg. dipl. Zahnarzt praktizierend im Kanton BL ist nicht nur eine anerkannte Berufsperson mit eigener Praxis. Er ist auch noch Autoliebhaber und freut sich besonders an seinem „Porsche Panamera„.

Diesen Wagen fand Eingang in seiner Geschäftsbuchhaltung und damit war auch klar, dass die mit dem Betrieb dieses tollen Automobils verbundenen Kosten (Treibstoff, Steuern, Unterhalt, Abschreibung etc.) steuermindernd in die Erfolgsrechnung der Zahnarztpraxis eingebucht wurden.

Wie die geneigte Leserin, der geneigte Leser dieses Blogs wohl richtigerweise vermuteten, ging die Sache steuertechnisch in dem Sinne schief, als dass die Kosten dieses Gefährts steuerlich nicht geltend gemacht werden konnten.

Die BL Steuerverwaltung ging nämlich davon aus, dass die Zahnärzte ihre „eigentliche Arbeit“ in ihren Praxisräumlichkeiten durchführen und deshalb für die Ausübung ihrer Berufstätigkeit kein Geschäftsfahrzeug benötigen.

Bei einem Tierarzt sieht die Situation anders aus: das kranke Pferd, die kranke Kuh muss meistens vor Ort – also im Stall – behandelt werden. Dazu benötigt der Tierarzt ein Auto.

Das BL Steuergericht (29.6.2018 (510 18 11)) befand demzufolge auch, „dass der geltend gemachte Porsche Panamera von seiner technisch-wirtschaftlichen Funktion für ein Praxisfahrzeug nicht geeignet bzw. nicht dafür konzipiert ist“.

Die darauf getätigten Abschreibungen sind demzufolge auch nicht geschäftsmässig begründet.

Letzteres mag im „Zahnarztfall“ tatsächlich zustimmen; beim Tierarzt hingegen glaube ich nicht, dass es Aufgabe eines Steuergerichts sein kann, eine betriebswirtschaftliche Klassifikation der Betriebsmittel vorzunehmen. Das ist alleinige Aufgabe der Unternehmerin bzw. des Unternehmers.