Allgemein, Firmensteuern, Persönliche Steuern, STAF/SV17 (STAF = Steuerreform & AHV-Finanzierung), Steuervorlage 2017 (SV17)

405. Rückstellungen sind steuerrechtlich gesehen eine heikle „Sache“! By Michael Leysinger, LL.M. Taxation(FH), dipl. Steuerexperte. SV17.

(07.11.2018) „Once upon a time“ so fangen oft die in englischer Sprache bekannten Märchen an.

In keinem Steuerrecht der Welt kann man mit Märchen als Grundlage arbeiten. So auch nicht bei uns.

Beim Jahresabschluss, vor allem beim wirtschaftlich erfolgreichen, wird der/die Buchhalter(in), Verwaltungsrat oder wer auch immer dieses „Ehrenamt“ bekleiden darf, sich mit dem „Problem“ auseinandersetzen dürfen, wie man den für Steuerzwecke auszuweisende Gewinn „optimieren“ kann.

Die dafür zur Verfügung stehenden Werkzeuge sind: Abschreibungen, Rückstellungen, Wertberichtigungen.

In BGE 2C_808/2017 versuchte es der/die Kollege(in) mit DBG 63 I d (künftige Forschungs- und Entwicklungsaufträge an Dritte).

Das Bundesgericht sah sich den Fall mit „Stirnrunzeln“ an: das geschah schon bei der Analyse der eben genannten gesetzlichen Grundlage: diese wurden (m.E. zurecht!) als: „Verstoss gegen das Periodizitätsprinzip“ qualifiziert.

Letzteres sieht vor, dass nur diejenigen Kosten als steuerliche wirksam Aufwände geltend gemacht werden können, die in der Steuerperiode auch wirklich anfallen; Beispiel: der Lohn der Putzequipe, die am Abend des 25. Juli die Büros reinigten.

Im  konkreten Fall handelte es sich um ein Beratungsbüro, das den GE-Steuerbehörden nicht nachweisen konnte, dass es sich bei der vorgenommenen Rückstellung um „künftige Forschungs- und Entwicklungsaufträge an Dritte“ handelte.

Die Beschwerde war demzufolge zum Scheitern verurteilt, was dann schliesslich auch geschah.