Allgemein, Firmensteuern, MWST, Persönliche Steuern, Steuervorlage 2017 (SV17)

404. Bewerten und Veräusserung von Beteiligungsrechten einer KMU. By Michael Leysinger, Zert. Experte Swiss GAAP FER(VEB) et Zert. Experte Erbrecht(VEB); SV17.

(6.11.2018) Heute ist ein besonderer Tag. Nicht nur feiert meine liebe Freundin Ihren 66. Geburtstag – das ist aber für meinem Blog zwar schön aber nicht von primärem Interesse.

Daneben – und das ist nun wichtig für diesen Blog – werde ich separat zwei Unternehmer treffen, welche ihre Firmen veräussern wollen.

Meine Funktion besteht darin die Bewertungen vorzunehmen.

Ich könnte mir die Aufgabe einfach machen (und das wird vermutlich von mir auch erwartet! und den „Steuerwert“ rechnen – die Formel ist ja hinlänglich bekannt (2*Ertragswert + Substanzwert/3).

Das könnte ich zwar tun, käme rascher zum versprochenen „Fondue“, wäre aber falsch. Der Steuerwert  ist – wie sein Name es vermuten lässt – nur für steuerliche Zwecke relevant (Berechnung des Vermögenssteuerwertes für die Vermögenssteuer) der aber in der realexistieren kaufmännische Welt nichts verloren hat.

Was tun? Mein Denkansatz als Unternehmensbewerter lässt sich nicht von irgendwelchen abstrakten und damit willkürlichen Formeln (z.B. eben Steuerwert) locken; diese sind zwar hilfreich wenn ich mich vor Steuergerichten erklären muss (jeder kennt diese (Formel!), sie sind damit nicht abstrakt (obwohl sie es eigentlich ja sind!) und erklärlich).

Ich wähle Formeln bzw. Methoden, die (für Verkäufer- und Käuferpartei) verständlich sind. In meinem leider vergriffenen Buch „Unternehmensbewertung und Steuern“ habe ich das anhand von vielen Beispielen dargelegt und kommentiert. (Ich plane eine Neuauflage, allerdings in verkürzter Form; die ersten 5 Auflagen sind (Anfängerfehler!) zu umfangreich ausgefallen).

Wann ist eine Bewertungsformel für die Verkaufs- und Kaufspartei verständlich? Dann wenn die verwendeten Elemente (z.B. Ertragswert) einwandfrei erklärt und anhand von Beispielen erhärtet werden kann; auch der Substanzwert muss natürlich (z.B. Bewertung einer Baulandparzelle) „sauber“ nachgewiesen werden können.

Hoffentlich komme ich vor lauter „Blogschreiben“ noch dazu, das neue Buch („Smarte Unternehmensbewertung„) zum Taufstein zu bringen… Das neue Vademecum für Unternehmensbewertung soll die Bewertungen weniger von starren Formeln abgeleitet werden sondern vielmehr von wirtschaftlichen (und evtl. auch steuerlichen) Überlegungen – z.B. vielleicht auch mit Zuhilfenahme der „Monte Carlo Simulation“ aber ganz sicher vom Grossmeister der „Valuation of Companies“: Prof. Aswath Damodaran.

Qui vivra, verra!