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353. Steuerparadiese für virtuelle Steuerbürger – ja, es gibt sie(noch)! By Michael Leysinger, LL.M. International Tax Law(UZH); dipl. Steuerexperte. SV17 S

(16,09.2018) Es gibt einige Steuerpflichtige – nicht viele – die fühlen sich durch die realexistierenden Steuersysteme wirtschaftlich und persönlich „bedrängt„. Für sie haben diverse Staaten steuerliche „Spezialregimes“ erhältlich gemacht.

Jetzt, nachdem Rausch mit AIA, BEPS & Co vorüber ist, kann man untersuchen und beurteilen, ob diese Systeme den Sturm „überlebt“ haben.

Die gute Nachricht ist: sie haben ihn überlebt.

In Europa sind es

Die Schweiz die „Aufwandbesteuerung“ (DBG 14. StHG 6)“, für Ausländer;

Grossbritannien (solange es das noch gibt!) die „Taxation on Remittance Basis“, ebenfalls                                                      für  Ausländer“, Änderungen wegen Brexit sind zu erwarten;

Italien, die mit Wirkung ab 1. Januar 2017 eingeführte Pauschalsteuer ebenfalls für                                                                     Ausländer;

Monaco: ein Sommervogel, ich lass ihn aussen vor.

Zu beachten ist, dass die Steuersparprojekte für Ausländer in Grossbritannien und der Schweiz zur Zeit durch den Gesetzgeber „reformiert“ werden/wurden; das werden sie aber ohnehin alle paar Jahre.

Die Italienische Version ist ziemlich neu (knapp 20 Monate). Wenn man also so etwas will, dann ist dringend eine Konsultation mit einem italienischen Kollegen empfohlen.

Im United Kingdom lässt man sich einfach registrieren und „filt“ die britische Steuererklärung.

Ein solches Projekt – unbesehen der genannten Jurisdiktionen – ist anspruchsvoll und muss dauernd und mit höchster Professionalität abgearbeitet werden. Dabei muss man beachten, dass die (oft immensen) Beratungskosten nicht höher sind als die Steuerersparnisse.

Bei all dem ist noch zu beachten, dass man nicht in die entsprechend nationalen Erbschafts- und Schenkungssteuerfallen läuft.

Für alle, aber erst recht für die ganz „Mobilen“, sind auch noch die Aufenthaltsbewilligungen zu beachten.

Quelle: Steuer Revue Nr. 9/2018, S. 644 ff (wo alles detailliert geschildert wird); dieser Beitrag ist nur ein „Teaser“.