Allgemein, Firmensteuern, Persönliche Steuern, STAF/SV17 (STAF = Steuerreform & AHV-Finanzierung), Steuervorlage 2017 (SV17)

348. SV17 STAF: „Entlastungsparameter“ bei den Kantons- und Gemeindesteuern. By Michael Leysinger, dipl. Steuer- und Treuhandexperte.

(11.09.2018) Interessanterweise ist das gesamte Konzept der SV17 STAF auf dem Prinzip der „Steuerentlastung“ des aktuellen Steuersystems aufgebaut. Als Alternative wäre auch der Aufbau eines neuen Gewinnsteuersystems möglich gewesen.

Man geht also vom bisherigen Steuersystem aus (ändert also nichts) und gibt neu „Entlastungen„. Diese dürfen aber maximal 50% ausmachen.

Oder anders ausgedrückt: wenn vor SV17 STAF der Gewinnsteuersatz 24% war, muss er nach der SV17 STAF Steuerreform mindestens 12 % sein, also 50% (50% von 24% = 12%). Es gibt aber auch eine „Minimalreduktion„, nämlich 30% (30% von 24% = 7.2%; 24% – 7.2% = 16.8%). Das ist der „Gewinnsteuersatzspielraum“ eines Kantons mit einem heutigen Gewinnsteuersatz von 24%.

Das gilt für die juristischen Personen und auch für die selbstständige Erwerbstätigkeit. Bei Letzterer ist allerdings zu beachten, dass die obligatorischen Sozialversicherungsabgaben (AHV, IV etc.) nicht berücksichtigt sind; diese sind also separat zu entrichten und werden von vielen Selbstständigerwerbenden als „Steuer“ empfunden.

Die Kantone sind verpflichtet die SV17 STAF einzuführen; es besteht also ein Zwang.

Die hauptsächlichen Reduktionen bestehen in der Zulassung von „Patentboxen“ und zusätzlichen „F&E – Abzügen„. Es handelt sich hier um gewillkürte, oder anders ausgedrückt um fiktive, aber eben steuerwirksame Abzüge.

Nur diese Abzüge führen zu den „günstigen“ Steuersätze. Die bisherigen, nominellen Gewinnsteuersätze bleiben also erhalten.

Es wird in zukünftigen Beiträgen dieses Blogs zu prüfen sein, ob solche Abzüge für  KMU’s faktisch auch erhältlich sind; wenn nicht, wäre das „hässlich„, sehr hässlich!