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347. SV17 STAF: Transponierung (doppelt gemoppelt!); By Michael Leysinger, LL.M. International Tax Law(UZH); dipl. Steuer- und Treuhandexperte. SV17 STAF.

(10.09.2018) Gestern (vgl. Blog Nr. 346) habe ich Ihnen über das (in der SV17 STAF vorgesehene) „leide“ aber auch „üble“ Transponierungsprojekt (fiskalische Umwandlung des (steuerneutralen) privaten Kapitalgewinns in (steuerbaren) Vermögensertrag beim Vorliegen einer Beteiligung von 50%). Meines Erachtens – wie bereits im Blog Nr. 346 erwähnt – eine üble Geschichte.

Die Neutralisierung dieser bizarren Bestimmung sollte relativ leicht sein: Man veräussert die für die juristische Person vorgesehene Novartis – Aktie an der Börse, realisiert den steuerfreien Kapitalgewinn und erwirbt „einige Zeit später“ eine „andere“ Novartis – Aktie wiederum an der Börse (vielleicht an einer anderen als an der wo man verkauft hat) – diesmal durch die Kapitalgesellschaft. Die Kursabsicherung kann durch den Erwerb von Call – Optionen geschehen.

Tönt gut: ist es aber vielleicht gar nicht. Das „dreiste Vorgehen“ könnte nämlich von den Steuerbehörden als Tatbestand (indirekte Transponierung) der Steuerumgehung qualifiziert werden (vgl. Kreisschreiben ESTV Nr. 6 vom 3. Februar 1987) mit der Folge, dass die Differenz zwischen Nominalwert und Verkehrswert als Vermögensertrag besteuert wird. Mit ein bisschen kreativem „Window Dressing“ sollte das aber vermieden werden können. Zudem kommen auf einem noch oft nicht unbedeutende Transaktionskosten zu (Courtage etc.). Sollte aber verhandelbar sein.

Ich will hier steuerrechtlich nicht weiterargumentierten; nur noch darauf hinweisen, dass wenn eine solche Aktion (selbstverständliche aus wirtschaftlich nachvollziehbaren und damit vernünftigen Gründen) geplant ist, so sollte man sorgfältig – wenn es geht mit dem 4-Augen-Prinzip – arbeiten.

Bitte bei der „Argumentation“ nicht vergessen, dass es noch x andere Argumente, die gegen diese unsägliche Transponierungstheorie sprechen – wie beispielsweise die im Blog 346 erwähnte doppelte Erfassung und Besteuerung des gleichen Substrates bei verschiedenen Steuerpflichtigen.