Allgemein, Firmensteuern, Persönliche Steuern, STAF/SV17 (STAF = Steuerreform & AHV-Finanzierung), Steuervorlage 2017 (SV17)

344. Wirrwar bei der Teilbesteuerung von qualifizierten Dividenden. By Michael Leysinger, LL.M. Taxation(FH), dipl. Steuerexperte. SV17 STAF

(07.09.2018) Die Teilbesteuerung von Dividenden wurde in den „Nuller – Jahren“ unter der Ägide vom damaligen Finanzminister BR Merz eingeführt.

Ziel war es, die wirtschaftliche Doppelbesteuerung (volle Besteuerung auf Stufe Unternehmen und volle Besteuerung auf Stufe Aktionärin bzw. Gesellschafterin) zu mildern.

Die Gegner machten geltend, dass hier „Steuergeschenke“ an die „Reichen“ verteilt werden. Das Argument, dass es sich hier um eine veritable Doppelbesteuerung handelt, wurde einfach weggewischt.

Um den politischen Frieden zu erhalten, konnten Bund und Kantone eigene Regelungen in ihre Steuergesetze aufnehmen (Hinweis für „Nicht – Schweizer“ Leserinnen und Leser: jeder Kanton, Halbkanton und Bund haben eigene Steuergesetze!).

Bei jeder Steuerreform (so auch bei SV17 bzw. STAF) wird am System und an den „Quoten“ herumgebastelt.

Bei Anwendung des „Teileinkünfteverfahrens“ (Reduktion der Bemessungsgrundlage für qualifizierte Dividenden) gibt neuerdings einen Spielraum zwischen 40% (UR) und 70% (VD); Bund: 60% für Privatvermögen und 50% für Geschäftsvermögen.

Bei Anwendung des „Teilsatzverfahrens“ (Reduktion des Steuersatzes) variiert dieser zwischen 35%(NW) und 60%(AR).

Die Höhe dieser Quoten lässt leicht erkennen, wie „fiskalistisch“ ein Kanton ist. Vernünftig (also „nicht fiskalistisch“) wäre eine vollständige Eliminierung der wirtschaftlichen Doppelbesteuerung – also bei beiden Verfahren – eine Bemessungsgrundlage von „Null“ bzw. Reduktion der Bemessungsgrundlage bei Ausschüttung von bereits besteuerten  Unternehmensgewinne auf „Null“.

Das allerdings wäre nur „gerecht“, wenn die Unternehmenssteuern auf das Niveau der Besteuerung der natürlichen Personen angehoben würde. Und das sind sie nicht!