Allgemein, Firmensteuern, Persönliche Steuern, STAF/SV17 (STAF = Steuerreform & AHV-Finanzierung), Steuervorlage 2017 (SV17)

333. Hobby oder Beruf? By Michael Leysinger, LL.M. Taxation(FH), dipl. Steuerexperte. STAF, SV17.

(27.08.2018) Die Frage könnte auch lauten: „Unternehmen oder Liebhaberei?“

Wer ein Unternehmen betreibt handelt gewinnstrebig. Denn normalerweise wird niemand etwas unternehmen, wenn daraus nur Verluste resultieren.

Wer das (also etwas unternehmen, das nur Verluste „produziert“) dann dennoch macht, tut dies als Liebhaberei.

Steuerrechtlich ist diese Aussage deshalb von Bedeutung, weil das Ergebnis aus einer unternehmerischen Tätigkeit steuerpflichtig ist. Gewinne werden besteuert, Verluste sind vom übrigen Einkommen abzugsfähig.

Das alles tönt banal, ist es aber nicht! Der klassische praktische Fall ist die festangestellte Lehrerin, die – als Pferdenärrin – nebenberuflich noch eine Pferdezucht betreibt.

Werden dabei Gewinne erzielt, so werden diese besteuert und zwar unter dem Titel „Einkommen aus selbstständigem Nebenerwerb“.

Soweit, so gut! Was passiert nun wenn Verluste resultieren? Können die dann mit den Einkünften aus der Erwerbstätigkeit als Lehrerin verrechnet (bzw. „abgezogen“) werden?

Nein, denn die Steuerbehörden wenden für diese Fälle unterschiedliche Massstäbe an. Gewinne aus selbständiger Nebenerwerbstätigkeit werden – wie bereits oben festgestellt – besteuert; Verluste hingegen können oft nicht mit anderen Einkünften verrechnet (bzw. „abgezogen“) werden. Dies vor allem dann, wenn es Jahr für Jahr nur Verluste gibt.

Denn: wer nur Verluste erzielt handelt nicht gewinnstrebig und damit auch nicht unternehmerisch. Ein Grenzfall könnte dann vorliegen, wenn neben den Verlusten auch (zwischenhinein) Gewinne erzielt werden.