Allgemein, Persönliche Steuern, Steuervorlage 2017 (SV17)

319. Wieder einmal: „Lies das Gesetz“! By Michael Leysinger, dipl. Steuer- und Treuhandexperte. SV17.

(13.08.2108) Das Bundesgericht hatte wieder einmal einen eigentlich „vermeidbaren“ Fall zu entscheiden.

Es geht um die Besteuerung/Abzugsfähigkeit von Unterhaltsbeiträgen an ein volljähriges Kind.

Aus dem Sachverhalt Bundesgerichtsentscheid vom 21. Februar 2018 (2C_429/2017) ist deutlich ersichtlich, dass erhebliche Summen an das Kind flossen, die der leistende Elternteil „natürlich“ als Abzug geltend machen wollte.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie oft bei der Beurteilung von steuerlichen Sachverhalten der anzuwendende Gesetzestext ignoriert wird.

In DBG 33 I c steht deutlich: „Von den Einkünften werden abgezogen: a)……… b)………. c) die Unterhaltsbeiträge an den geschiedenen, gerichtlich oder tatsächlich getrennt lebenden Ehegatten sowie die Unterhaltsbeiträge an einen Elternteil für die unter dessen elterlicher Sorge stehenden Kinder, nicht jedoch Leistungen in Erfüllung anderer familienrechtlicher Unterhalts- oder Unterstützungspflichten; d – j)………. .

Im vorliegenden Fall wurden die Leistungen nicht an den sorgeberechtigten Elternteil gezahlt (sondern direkt an das Kind!). Demzufolge konnte der leistende Elternteil den Abzug nicht vornehmen.

Es wäre eigentlich so einfach gewesen diesen juristischen „Leerlauf“ zu vermeiden, indem man den wichtigsten Grundsatz im Steuerrecht beachtet: „Lies das Gesetz“!