Allgemein, Firmensteuern, Steuervorlage 2017 (SV17)

314. Ungenügende Verlustverrechnungsmöglichkeiten bei der Grundstückgewinnsteuer. By Michael Leysinger, LL.M. Taxation (FH); dipl. Steuerexperte. SV17.

(08.08.2018) In einem unendlich komplexen „Grundstückgewinnsteuerfall“ (Bundesgericht 2C_230/2017) wurde wieder einmal evident, dass die Bundesregel (StHG 12), wie die Kantone ihre Grundstückgewinnsteuer zu erheben haben (der Bund erhebt keine), m.E. reformbedürftig ist.

Es geht hier im wesentlichen um die vollständige Verlustverrechnung bei einer steuerpflichtigen juristischen Person. Diese kann im interkantonalen Verhältnis dann gefährdet sein, wenn der eine Kanton das monistische (z.B. BE, ZH etc.) und der andere Kanton das dualistische (z.B. AG, SG, SO, LU etc.) kennt.

Im eben erwähnten Entscheid 2C_230/2017 kam es zu einer solchen für den Steuerpflichtigen verhängnisvollen Konstellation. Erschwerend war, dass (es handelte sich um eine juristische Person) noch Verlustverrechnungen aus früheren Zeiten hineinspielten.

Eigentlich habe ich am Ergebnis nichts auszusetzen und möchte mich deshalb dazu an dieser Stelle auch nicht weiter äussern. Selbst wenn ich das täte,  wäre dies für die  Sache nicht weiterführend.

Immerhin zeigt dieser Fall, dass eine Reform dringend notwendig ist.

Für geschäftliche Grundstückgewinnsteuern sollte von den Kantonen – wie es  der Bund vorbildlicherweise tut – nur noch das dualistische System angewandt werden; das hätte zur Folge, dass die Kantone BL, BS, BE, JU, NW, SZ, TI, UR, ZH ihre Steuergesetze anpassen müssten (das sind zwar nicht die Mehrheit der Kantone aber sehr wohl die Mehrheit der Bevölkerung…!).

Meine Ansicht dazu: komplexe Steuersysteme sind schlecht und einfache Steuersysteme sind gut für die Volkswirtschaft.