Allgemein, Firmensteuern, Persönliche Steuern, Steuervorlage 2017 (SV17)

311. Wann wird man beim Erwerb einer Liegenschaft im anderen Kanton dort subjektiv steuerpflichtig? By Michael Leysinger, dipl. Steuerexperte, LL.M. Taxation(FH). SV17.

(05.08.2018) Stellen Sie sich folgende Konstellation vor: ein Ehepaar wohnhaft im Kanton Zürich kauft im Jahr 2013 ein Grundstück im Kanton AG und möchte dort ein Eigenheim bauen.

Am Tag als die Steuererklärung AG (diejenige von ZH war bereits erstellt und versandt) in Zürcher Haus „flatterte“ war  die Stimmung nicht besonders freudig, weil: warum sollen wir Steuern bezahlen im Kanton AG? Wir wohnen ja gar nicht dort.

In StE B11.2 Nr. 12 wurde eine Bundesgerichtsentscheid vom 21. Februar 2018 widergegeben, der den ganzen „Mecano“ zeigt wie auf Grund der Bundesverfassung vorzugehen ist, wenn Wohnsitz und Grundstückeigentum (ohne Wohnsitzeigenschaften) in unterschiedlichen Kantonen vorhanden sind.

Klar haben beide Kantone recht auf Besteuerung – was zur praktischen Konsequenz führt: die Eheleute müssen beide Steuererklärungen ausfüllen. Im Kanton ZH wegen persönlicher Zugehörigkeit (man wohnt schliesslich dort!) und AG wegen wirtschaftlicher Zugehörigkeit (man hat ein Grundstück dort).

Anfangs wird es zwischen den beiden Kantonen ZH & AG steuerlich gesehen lediglich Vermögensverschiebungen geben; eine Zusätzliche Steuern entsteht in der Regel nicht, da die Steuerwerte der Grundstücke i.d.R. „milde“ angesetzt sind.

Beim Hausbezug fällt ZH als Steuerdomizil vollständig weg: alles wird nun vom „AGer genommen“.

Beim „Zügeln“  ins neue Haus sind fallen die beiden eben erwähnten „Zugehörigkeiten“ weg; besteuern darf jetzt nur noch der Kanton AG.

Die Gesichter der neuen Hausbesitzer im Kanton AG werden nun aus vielerlei Gründen sicher vor Freude strahlen.