Allgemein, Firmensteuern, Persönliche Steuern, Steuervorlage 2017 (SV17)

310. Steuersatz bei internationalen Verhältnissen. By Michael Leysinger, LL.M. International Tax Law(UZH), dipl. Steuerexperte. SV17.

(04.08.2018) Oft wird von den Steuerpflichtigen nicht verstanden, wie sich in der Schweiz der Steuersatz berechnet, wenn internationale Einkünfte bzw. Vermögen vorhanden sind.

Dies besonders dann, wenn diese ausländischen Vermögen Betriebsstätten im Ausland sind.

Einkünfte und Vermögen solcher Betriebsstätten werden im Ausland besteuert; in der Regel werden die Steuerfaktoren (Gewinn, Vermögen) in der Schweiz freigestellt.

Für die Berechnung des in der Schweiz anwendbaren Steuersatzes werden diese ausländischen Faktoren allerdings mit einbezogen. Das bedeutet konkret, dass damit der für die Schweiz geltende Steuersatz angehoben (Gewinn) oder vermindert (Verlust) wird.

Diese Regelung gilt nicht nur bei ausländischen Betriebsstätten sondern auch beim vorliegen von ausländischen Grundstücken (Liegenschaften). Auch diese werden „international“ ausgeschieden.

Diese Regelung gilt auch dann, wenn der ausländische Staat tiefer oder im Extremfall überhaupt nicht besteuert. Letzteres ist dann der Fall, wenn der ausländische Staat für eine bestimmte Zeit (z.B. 5 Jahre eine Steuerfreiheit gewährt [Tax Holiday]) .

In der Praxis sind solche internationale Steuerausscheidungen allerdings eher selten (Liegenschaften ausgenommen); oft werden Investitionen mittels selbstständigen juristischen Personen im Ausland getätigt. Solche Gesellschaften sind in der Schweiz in der Regel nicht steuerpflichtig. Diese Regel gilt dann nicht, wenn die ausländische Gesellschaft aus der Schweiz geführt wird.

Aber: eine aus der Schweiz geführte ausländische Immobiliengesellschaft kann nicht in der Schweiz besteuert werden.