Allgemein, Firmensteuern, MWST, Persönliche Steuern, Steuervorlage 2017 (SV17)

287. Was sind beim Hausbau Investitionskosten? By Michael Leysinger, LL.M. Taxation(FH); dipl. Steuerexperte: SV17.

(11.07.2018). Es gibt so Fälle, da kommen einem die Tränen in die Augen! Aber Emotionen dieser Art haben ja bekanntlich im Steuerrecht nichts zu suchen.

Zur Sache: Da gab es in der Romandie einen offensichtlich reichen Mann. Er badete auch gerne. Deshalb liess er in seinem Haus eine Schwimmbadeinlage samt Lüftung einbauen.

Diese Anlage wurde naturgemäss mit den Jahren älter und musste ersetzt werden.

Das war teuer! Nicht nur das Bassin wurde neu gebaut; auch die dazu gehörigen Einrichtungen (wie beispielsweise die Lüftung).

Letztere (die Neue!) funktionierte nicht und musste auf Kosten des Bauherren (sic!) repariert werden.

Es wundert nicht, dass der Bauherr (also „Trost“) in der nächsten Steuererklärung die Sanierungskosten der Lüftung als Liegenschaftsunterhaltskosten geltend machte (DBG 32 II, StHG 9 III).

Es braucht nicht viel Fantasie, um vorauszusagen, wie die Gerichte und zuletzt das Bundesgericht urteilten: Die „Renovationskosten“ (die eben keine waren!) wurden nicht als einkommensmindernd zugelassen. Abzugsfähig sind gemäss Gesetz nämlich nur diejenigen Reparatur- und Renovationskosten, die sich durch die Verwendung der Immobilien (in casu: Wohnen und Baden) entstehen.

Die unmittelbar nach der Sanierung der neuen Lüftungsanlage wurde (konnte) vom Hauseigentümer nie verwendet werden und die dabei entstehenden „Renovationskosten“ sind demzufolge keine steuermindernde Liegenschaftsunterhaltskosten im Sinne von DBG 32. Das muss man sich erst einmal durch den Kopf gehen lassen!

Quelle: BGE 2C_1003/2017 vom 21. Juni 2018.