Allgemein, Persönliche Steuern, Steuervorlage 2017 (SV17)

283. Berücksichtigung des Steueraufschubs bei Grundstückgewinnen. By Michael Leysinger, dipl. Steuer- & Treuhandexperte; SV17.

(09.07.2018). Nicht jeder Grundstückgewinn wird bei der Veräusserung eines Grundstückes des Privatvermögens erfasst.

Es gibt im Gesetz (StHG III) sogenannte „Aufschubstatbestände„, die es gestatten, die geschuldete Steuer ohne Zinsfolgen später zu erheben.

So gab es einen SG/TG – Fall wo ein Steuerpflichtiger im Kanton SG ein Grundstück (wahrscheinlich ein Wohnhaus) mit Gewinn veräusserte, das mit einem Steueraufschub des Kantons TG (wahrscheinlich wieder ein Grundstückgewinn entstanden aus der Veräusserung eines Wohnhauses) belastet war (vgl. SG Verwaltungsrekurskommission, 20.6.2017 (VRKE I/1 – 2017/13)).

Die Frage, die sich in diesem Fall stellte war die: wie hoch ist die gesamte Haltedauer. Denn diese Grösse ist massgebend für der Berechnung des Besitzesdauerabzuges (je länger die Haltedauer, je höher der Besitzesdauerabzug).

Das SG Verwaltungsgericht befand, dass die Eigentumsdauer sich anteilmässig auf die zu verschiedenen Zeiten in verschiedenen Kantonen (TG,SG) erworbenen Grundstücken verteilt (ein nicht betroffener würde diese Regelung als „normal“ bezeichnen, oder?).

Daher konnte nicht – wie vom  SG – Steueramt ursprünglich angedachten Haltedauer des SG Grundstückes – ausgegangen werden. Die Haltedauer des TG – Grundstückes musste demzufolge mitberücksichtigt werden.

Wir hatten an dieser Stelle schon früher (Blog vom 4.11.17) einen ähnlichen GE/BE – Fall besprochen. Das Ergebnis war dasselbe.