Allgemein, Firmensteuern, Persönliche Steuern, Steuervorlage 2017 (SV17)

258. Sozialversicherungen als heimliche Steuer. By Michael Leysinger, dipl. Steuerexperte, LL.M. Taxation(FH). SV17.

(14.06.2018) Steuerprofis sind sich bewusst, dass die Sozialversicherungen (namentlich die AHV) heimlich unter ihrem „Gut-Menschen-Mäntelchen“ einen brutalen Fiskalgeist verbergen.

Das musste ich aus dem von den Kollegen Rabaglio und Dr. Schär (beides Rechtsanwälte und dipl. Steuerexperten) in der SteuerRevue Nr. 6/2018, S. 452 – 460 verfassten Artikel wieder einmal mit Schrecken feststellen.

Der „Schrecken“ mutierte allerdings nach Lektüre dieses Beitrags zum „grossen Schrecken“ bzw. zur Aussage „das-kann-(darf)-ja-alles-nicht-wahr-sein“!

An dieser Stelle (begrenzte Grösse meines Blogs!) kann ich nur versuchen diese – nach meiner Ansicht – unverständlichen Rechtsprechung – kursorisch zu schildern.

Es geht im  Prinzip um die Frage, ob verdeckte Gewinnausschüttungen AHV-Beitragspflichtig sind oder nicht.

Wenn ein Aktionär – beispielsweise – ein „zu hohes“ Gehalt bezieht, so kommt es bei der AG zu einer steuerlichen Aufrechnung. Beim Aktionär passiert nichts, denn das „zu hohe Gehalt“ ist im Lohnausweis enthalten. Die AHV ist bezahlt.

Werden aber einem Aktionär „zu hohe Spesen“ vergütet, so kommt es sowohl bei seiner AG wie auch beim Aktionär um eine Aufrechnung (Gewinnsteuer bzw. Einkommenssteuer (Ertrag aus beweglichem Vermögen)).

Soweit, so gut – bzw. schlecht. Im genannten Aufsatz wird anhand von mehreren Gerichtsfällen gezeigt, dass diese „unité de doctrine“ (was ist was) von den Steuerbehörden, Ausgleichskassen bzw. den zuständigen Gerichtsbehörden nicht immer gleich beurteilt wird.

Je nach Opportunität wird nämlich bei den Sozialversicherungsbehörden der „Ertrag aus beweglichem Vermögen“ (keine Folgen für Sozialversicherungen) umqualifiziert in „Ertrag aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit“ (Sozialversicherungspflichtig).

Anhand von diversen letztinstanzlich beurteilten Gerichtsfällen weisen die Autoren nach, dass zu unrecht oft zugunsten der Sozialversicherung gerichtet wird.