Allgemein, Firmensteuern, Persönliche Steuern, Steuervorlage 2017 (SV17)

253. Rasche Reform der Verrechungssteuer! By Michael Leysinger, LL.M. International Tax Law(UZH).SV17.

(09.06.2018) Heute haben wir es mit einem „Dino“ der schweizerischen Steuerrechts zu tun: der Verrechnungssteuer (VSt).

Eigentlich sollte sie Sicherungssteuer heissen. Der Staat will sicher sein, dass – auch beim bestehen des Bankgeheimnisses – die Erträge auf Kapitalanlagen ordentlich versteuert werden. Wer das tut erhält die VSt erstattet.

Heute im Zeitalter von AIA (Automatic Information Agreement) etc. sind ja eigentliche alle Kapitalerträge den Steuerbehörden bekannt, wäre da (nur noch in der Schweiz!) nicht das „Bankkundengeheimnis„. Aber auch das wird wohl bald auch nicht mehr existierten.

Für diese „Nach-Bankgeheimnis-Zeit“ hat eine Organisation namens „Beirat Zukunft Finanzplatz“ am 26. April 2018 eine „Empfehlung“ mit dem Titel „Rasche Reform der Verrechnungsteuer zur Stärkung des Schweizer Kapitalmarktes“ publiziert. (Kann mittels diesen Begriffen „gegoogelt“ werden).

Im ersten Teil des Berichtes wird der status quo beschrieben und festgestellt, dass es dringenden Reformbedarf gibt.

Dann werden 3 Reformvarianten genannt, nämlich (i) Aufhebung der VSt; (ii) Wechsel zum Zahlstellenprinzip und (iii) Wechsel zu einem Meldesystem.

Aus verschiedenen Gründen präferenziert der Beirat das Zahlstellenprinzip (Umbenennung in „Zahlstellensteuer“) für alle in der Schweiz wohnhaften natürlichen Personen.

Ich persönlich finde das „mühsam“. Wir leben im Zeitalter des AIA (internationales Meldesystem für ausländische Kapitalerträge für Steuerpflichtige in der Schweiz); warum also eine „Zahlstellensteuer“ einführen?

Solche „Extrawürste“ haben m.E.  keinen Platz mehr. Das „Bankkundengeheimnis“ (ist sowieso schon löchrig wie ein Emmentaler)  ist aufzuheben und die für Steuerzwecke relevanten Daten sind – ähnlich wie beim AIA – den Steuerbehörden zu melden.

Und das VStG?…………RIP!