Allgemein, Firmensteuern, Persönliche Steuern, Steuervorlage 2017 (SV17)

240. SV17: Der heroische Angriff auf das „KEP“! By Michael Leysinger, LL.M. Taxation(FH), dipl. Steuerexperte.

(27.05.2018). Die „Merz – Reformen“ sind wieder in Gefahr! Gemäss dem Vorschlag des Ständerates soll die SV17 bewirken, dass das (von schwarz-grün-roten- Kreisen; also der Mehrheit!) verhasste Kapitaleinlageprinzip (DBG 20 III; StHG 7b), nachfolgend KEP genannt, beschädigt wird.

Nicht vernichtet, nein, sie lesen richtig, „nur“ beschädigt.

Die Schädigung besteht darin, dass eine steuerneutrale Rückzahlung nur dann möglich ist, wenn gleichzeitig eine (steuerbare) Dividende ausgeschüttet wird.

Ich staune immer wieder mit welcher (gewollter?) Ignoranz über den KEP gestritten wird. Ignoranz deshalb, weil nicht erkannt wird (bzw. nicht erkannt werden will!), dass es sich – wie das Wort „Kaptaleinlage“ es suggeriert – um eine (N.b. versteuerte!) Einlage der Aktionärin handelt.

Sie hätte es gerade so gut als Aktienkapitalerhöhung einlegen und später im Rahmen einer steuerneutralen Kapitalherabsetzung wieder beziehen können. Allerdings ist das mit viel mühsamer Bürokratie verbunden (Schuldenrufe, kompliziertes Kapitalherabsetzungsverfahren etc.).

Man könnte also nach Einführung der SV17 den status quo ante wieder herstellen, indem man mit jeder Dividende einen gleichen Teil KEP bezahlt; steuerbar (Teilbesteuerung!) bei der Aktionärin wäre nur die Dividende.

Mit Nennung der Aktionärin (treue Leser wissen, dass damit auch der Aktionär gemeint ist!) weise ich darauf hin, dass mit dieser Regelung nur die natürlichen Personen betroffen sind, die ihre Wertpapiere im Privatvermögen halten.

Alle anderen werden nach dem Buchwertprinzip besteuert.

Der SV17 – Lösungsvorschlag des Ständerates ist – zugegebenermassen – „pfiffig“ aber dennoch abzulehnen, denn wer aus versteuertem Geld eine Kapitaleinlage macht, soll diese auch ohne irgendwelche Bedingungen steuerneutral zurückerhalten können.