Allgemein, Firmensteuern, Persönliche Steuern, Steuervorlage 2017 (SV17)

215. Üble Überraschungen bei SV17! By Michael Leysinger, LL.M. Taxation(FH); eidg. dipl. Steuerexperte; SV17.

(02.05.2018) Aus der vorigen Woche erschienenen „Weltwoche“ Nr. 17/2018, S. 22 f. mit dem Titel „Raus aus der Hängematte“ wird von Redaktor Beat Gygi und Oekonomieprofessor an der  Uni Luzern,  Prof. Christoph Schaltegger, ein ganz neuer – besorgniserregender – Aspekt betreffend der vom Bundesrat verabschiedeten „Steuervorlage 2017“ (SV17) vorgestellt.

Ich komme gleich auf den „punktus knaxus“ und zitiere wörtlich: „…wenn im Kanton ZH 100 Franken mehr Unternehmenssteuern anfallen, erziel der Finanzdirektor netto rund 4 Franken mehr Steuereinnahmen. Inklusive der Stadt Zürich  sind es 12 Franken. Wenn im Kanton Luzern dagegen 100 Franken mehr Unternehmensgewinn erzielt wird, dann hat der Kanton am Schluss 8 Franken weniger in der Kasse. „

Wo liegt der „Sünder“? Der vom Bund gesteuerte „interkantonale Finanzausgleich“ macht das möglich. ZH ist ein finanzstarker und LU ein finanzschwacher Kanton.

Aus dem Weltwochebericht geht also hervor, dass die finanzstarken Kantone (BS, GE, VD, BL, ZH, TI, ZG, SZ) profitieren während die anderen ratlos in die Röhre schauen. Oder nach Gygi/Schaltegger: „Die Ansiedlung von Unternehmen, die Gewinn machen, ist ein Verlustgeschäft für viele finanzschwächere Kantone. Das ist mittelfristig ruinös. Es besteht die reale Gefahr einer Zweiklassengesellschaft mit finanzschwachen Kantonen, die rationalerweise nur noch auf das Geld aus Bern warten ….“.

Diese finanzielle Entmündigung der Kantone NW, OW, BE, AG, NE, SH, FR, SG, LU, SO, JU, GR, VS, AI, AR, TG, GL, UR ist wohl kaum der Preis wert, der bei der Einführung der SV17 fällig wird.

Die „Hängematte“ (SV17) muss also weg! Nicht nur deswegen; sondern auch deshalb, weil die KMU von vielen Massnahmen der SV17 (wie schon bei ihrer Vorgängerin USRIII) nicht profitieren können. Das ist meiner Meinung nach eine „Anti-KMU-Steuer„!

Denn eine glaubwürdige Vorlage nennt Meister und Knecht beim Namen.