Allgemein, Firmensteuern, Persönliche Steuern, Steuervorlage 2017 (SV17)

207. Sind alle Zinsen geschäftsmässig begründeter Aufwand? By Michael Leysinger, dipl. Steuerexperte und dipl. Wirtschaftsprüfer; SV17.

(24.04.2018) Mir wurde letzte Woche von einem Klienten mitgeteilt, dass die von der Steuerbehörden in Rechnung gestellten „Strafzinsen“ nicht als steuermindernden Abzug anerkannt werden.

Solche „Strafzinsen“ werden von den Steuerbehörden  bei einem  Nachsteuerverfahren auf den Nach-  nicht aber auf der Strafe selbst erhoben; auf „Strafen“ können keine Zinsen in Rechnung gestellt werden.

Die im Rahmen eines Nachsteuerverfahrens zu spät gezahlten Steuern müssen auch meiner Meinung nach vom Steuerpflichtigen konsequenterweise verzinst werden. Alles andere wäre gegenüber der ehrlichen Steuerzahlerin unfair.

Sind nun aber solche Strafzinsen für juristische Personen als „geschäftsmässig begründeter Aufwand“ (DBG 59, StHG 25) absetzbar? Und:  Wie steht es dabei mit den selbstständig und unselbstständig Erwerbenden?

Meiner Meinung sollte das schon möglich sein, denn in den Generalklauseln unserer Steuergesetze stehen: DBG 16 bzw. StHG 7 I: „Der Einkommenssteuer unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte“; bzw.: DBG 57 bzw. StHG 24 I: Gegenstand der Gewinnsteuer ist der Reingewinn. Also: Zins ist Aufwand und vermindert die Einkünfte bzw. den Reingewinn.

Obwohl man – das würde ich auch verstehen – da anderer Meinung sein kann. Dann würde dann aber bedeuten, dass der „Nachsteuerzins“ einen pönalen Charakter erhält.

Das müsste aber im Gesetz festgehalten werden; denn: strafen ohne gesetzliche Grundlage geht nicht.