Allgemein, Firmensteuern, Persönliche Steuern, Steuervorlage 2017 (SV17)

179. SV17: Transponierungstheorie – R.I.P. By Michael Leysinger, LL.M. Taxation(FH); dipl. Steuerexperte.

(27.03.2017). So ganz nebenbei habe ich bemerkt, dass in der SV17 auch noch eine quasi pensionierte Dinosaurierin auf elegante Art und Weise definitiv entsorgt wurde: die Transponierung!

Vor noch 10 Jahren sorgte sie für heisse Köpfe als sie eingeführt wurde (DBG 20a lit.b, Unterstützt mit dem Kreisschreiben Nr. 6 „Einbringen von Beteiligungen von mindestens 5% in eine von der gleichen Aktionärin beherrschte Gesellschaft“ vom 3. Februar 1987).

Keine Angst: alles bleibt im Prinzip gleich, nur die steuerfreien 5% fallen weg. Ab 01.01.2019 (voraussichtlich) soll – wenn ich das richtig verstanden habe – dann alles Substrat, das den Nennwert übersteigt, als Vermögensertrag besteuert werden.

Hässlich ist dabei der Umstand, dass dabei gleichzeitig der „Dividendenrabatt“ (gewährt für Beteiligungen >10%; korrekter Fachbegriff: Teilbesteuerung) von bislang 40% auf 30% reduziert wird. Die damalige Absicht von BR Merz, die wirtschaftliche Doppelbesteuerung von Unternehmensgewinnen un mildern, wird unterhöhlt.

Ich mag da (im Rahmen der Steuersatzsenkung) eine gewisse Logik sehen (vgl. Blog vom 174, hiervor). Das war aber nicht die Mutter des Gedankens. Vielmehr ging es – so vermute ich – um ein Zückerchen für den Support gewisser politischer Kreise, die sich eigentlich eine 100%ige (oder wenn irgendwie möglich mehr!!) Besteuerung der Unternehmensgewinne zum Ziel gesetzt haben. Dass es bei solchen gesetzlichen Konstellationen dann mangels Gewinne überhaupt nichts mehr zu besteuern gäbe, stösst auf hilfloses, mitleidiges Achselzucken.

Eine Gewisse Zynik ist in dieser Regelung noch zusätzlich enthalten: die stolze Inhaberin einer Mitarbeiteraktie (Anteil weniger als 5%) wird nun bei einer Umstrukturierung „ihrer“ Gesellschaft steuerlich voll zur Kasse gebeten (Besteuerung Differenz zwischen Nominalwert und Kurswert zum vollen Tarif (also vermutlich keine Teilbesteuerung!!)).

Immerhin ein Lichtblick: das GV – Nachtessen mit Dessert, Wein und Schnaps wird (noch) nicht besteuert.