Firmensteuern, Persönliche Steuern, Steuervorlage 2017 (SV17)

177. SV17; Gleiche Steuerlast für Kapital- und Personengesellschaften? By Michael Leysinger, dipl. Steuerexperte, dipl. Wirtschaftsprüfer.

(25.03.2018) Kollege Hansueli Schöchli (NZZ Wirtschaftsredaktor und äusserst bewandert und kompetent in Steuerfragen) schreibt in der NZZ vom 23. März folgendes:

„Während in der politischen Logik die Frage nach Gewinnern und Verlierern im Vordergrund steht, ist in der Steuerlogik in Sachen KMU eine andere Frage wichtiger: IST DIE BESTEUERUNG FÜR KAPITALGESELLSCHAFTEN UND FÜR PERSONENGESELLSCHAFTEN ETWA GLEICH GROSS?“ (Hervorhebung durch den Autor dieses Blogs).

Die Antwort ist klar: NEIN.  Ein dauerndes Ärgernis für die (Gesellschafter der) Personengesellschaften sind die Sozialversicherungsprämien. Sämtliche Unternehmensgewinne werden (richtigerweise) den Gesellschaftern zugewiesen und voll (auf Lohn und Gewinn!) mit den hohen Sozialversicherungsbeiträgen belegt.

Dies im Gegensatz zu der gleichen Unternehmung, die als juristische Person organisiert ist: dort werden lediglich die Vergütungen an Arbeitnehmenden von den Sozialversicherungen (AHV etc.) erfasst.

Die von Kollege Schöchli gewünschte „Rechtsformneutralität“ findet also nicht statt, denn all die von Herrn BR Maurer und seinen Leuten vorgeschlagen Reformen (Patentboxen, Superdeduction et al.) begünstigen lediglich die grossen juristischen Personen (und damit nicht die KMU!).

Es ist also nicht fair, wenn man für diese „Steuerreform“ von einer „Unternehmenssteuerreform“ spricht, die Personenunternehmen aber aussen vor lässt! Personenunternehmen sind auch „Unternehmen“!

Auch hier dringend besteht Nachholbedarf, meine sehr geehrter Damen und Herren Parlamentarierinnen und Parlamentarier! UND ZWAR EIN RECHTSFORMNEUTRALES UNTERNEHMENSSTEUERRECHT!