Allgemein, Firmensteuern, Persönliche Steuern, Steuervorlage 2017 (SV17)

151. Lombardkredite sind gefährlich. By Michael Leysinger, LL.M. Taxation; dipl. Steuerexperte; SV17

(28.02.18) Viele Banken bieten gerne sogenannte Lombardkredite an. Solche Kredite werden Ihren Kunden vergeben gegen die Hinterlage von Sicherheiten in Form von Wertschriften. Der Wert der Letzteren muss i.d.R. deutlich höher sein als der Kredit selber.

Diese Kredite sind verhältnismässig teuer. Oft sind die Kreditzinsen höher als die aus dem Portfolio erwirtschafteten Erträge (Dividenden, Zinsen etc.).

Kommt es (wie es zur Zeit der Fall ist!) zu Turbulenzen an den Märkten, so wird laufend geprüft, ob die hinterlegten Sicherheiten (eben Wertschriften) noch genügen, um den Kredit zu decken. Ist das nicht mehr der Fall, wird die Bank weitere Sicherheiten verlangen oder umgehend die hinterlegten Wertpapiere „bestens“ verkaufen.

Im dümmsten Fall erholen sich die Kurse wieder und der Kunde ist frustriert!

Diese Frustration wächst beim Betrachten der nächsten Steuerveranlagung. Für die Veranlagungsbehörde besteht nämlich Anlass das Portfolio des/der Steuerpflichtige(n) näher zu analysieren.  Der Wertschriftenhandel mit Einsatz von Fremdkapital wird nämlich als Indiz gewertet, dass hier ein professionell angehauchtes Element vorliegt. Ein Privatanleger, der das Recht auf den steuerfreien Kapitalgewinn beansprucht, darf keine Kredite zur Finanzierung aufnehmen. Tut er es dennoch, handelt er „geschäftlich“ und deshalb unterliegt der Kapitalgewinn voll der Einkommenssteuer.

Das kann sehr teuer werden: mit Sozialleistungen kann es leicht zu Steuerbelastungen von über 50% kommen. In solchen Fällen rate ich den Anlegern eine juristische Person zwischenzuschalten. Die Gewinnsteuersätze sind dort wesentlich tiefer – vor allem nach dem Inkrafttreten der SV17. Bei der Ausschüttung kann dann erst noch die Teilbesteuerung (sofern es die dann noch gibt!) beansprucht werden.