Firmensteuern, Steuervorlage 2017 (SV17)

127. SV17 Steuerstatuswechsel; Reise vom Himmel in die Hölle? By Michael Leysinger, LL.M. Taxation(FH); dipl. Steuerexperte

(03.02.2018) Vielleicht gibt es eine SV17 (Unternehmenssteuerreform); vielleicht auch nicht. Ich selbst gehe davon aus, dass sie reüssieren wird. Was aber auf jeden Fall passiert, ist dass die sog. „Statusgesellschaften“ ihr Steuerprivileg verlieren werden. Sie werden ab 2020(?)  normal besteuert wie Hinz und Kunz.

Das wäre an sich für die NICHT Betroffenen kein Thema. Man wird sich höchstens darüber ärgern, wenn sie aus der Schweiz wegziehen und damit unserem Fiskus wertvolles Steuersubstrat entfällt.

So viele werden (das ist meine persönliche Meinung) nicht wegziehen, weil die anderen Tiefsteuerländer mit Sonderregimes (Irland, Niederlande, Luxemburg etc.) ihre Sonderbehandlungen ebenfalls abschaffen werden MÜSSEN. Wir kommen da zu einem sog. „Level Playing Field“ –  es gehen also alle Länder von den gleichen Voraussetzungen aus.

Das gilt nicht für die Steuersätze. Hier ist jedes Land frei seinen Steuersatz autonom zu bestimmen. Das könnte ein Argument sein, den Sitz einer Gesellschaft zu verlegen. Allerdings: Oft fallen Wegzugssteuern und Umzugskosten an; das macht nicht immer Freude.

So weit, so gut! Wie steht es nun aber bei einem Statuswechsel mit den nicht aufgedeckten stillen Reserven (z.B. ein Patent ist mit CHF 1 bewertet, hat aber einen Verkehrswert von CHF 100 Mio.)? Müssen die stillen Reserven bilanzmässig offengelegt und versteuert werden? Wenn ja, zu welchem Satz? Und: Sollen/müssen alle stillen Reserven steuerlich aufgedeckt werden? Das könnte vor allem dann vorteilhaft sein, wenn diese in den Folgejahren unter Anwendung von höheren Steuersätzen wieder gebildet werden können.

In den Steuerschmieden unseres Landes wird zurzeit eifrig gehämmert, gegossen und geschmiedet. Mal sehen was da für Figuren entstehen werden. Ich werde Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden halten.