Allgemein, Firmensteuern, Persönliche Steuern, Steuervorlage 2017 (SV17)

119. Wie sich eine Weltmacht gebärdet. By Michael Leysinger, LL.M. International Tax Law(UZH); SV17

(26.01.2018) Weltmächte haben so ihre eigene Macken. Schon die alten Römer diktierten ihren Untertanen was sie zu tun hätten; für die Römer selber galt das natürlich nicht. Oder: wenn der Gutsherr seinem Diener befahl dessen Schuhe zu putzen  so galt in der Regel auch kein Gegenrecht.

Ähnlich sind die Verhältnisse heute: Die USA erliessen Fatca und verlangten von Partnerstaaten Finanzdaten der US Bürger; Fatca selber galt bzw. gilt aber nur einseitig: die USA liefern keine Finanzdaten an Drittländer.

So haben „die anderen Staaten“ den Automatischen Informationsaustausch (AIA) eingeführt. Neu werden ca. 100 Staaten (Partnerstaaten) daran teilnehmen. Auch die USA? Nein, Fehlanzeige (vgl. oben: Schuhputzbeispiel).

Aufgrund von AIA meldet die Schweiz an die Partnerstaaten folgende Informationen: Kontennummer, Name, Adresse, Geburtsdatum, Steueridentifikationsnummer, Zinsen, Dividenden, Einnahmen aus bestimmten Versicherungsverträgen, Guthaben auf Konten, Erlöse aus Veräusserung von Finanzvermögen.

Informationen werden erstmals ab 30. September 2018 ausgetauscht; ab diesem Datum können schweizerische Steuerpflichtige  für Guthaben in AIA – Länder auch keine straflose Selbstanzeigen mehr einreichen.

Bleibt zuletzt noch das schweizerische Bankgeheimnis. Nach dem Rückzug der Matterinitiative soll dieses weiterhin gewährleistet sein. Doch: welche Bank nimmt noch „Schwarzgeld“ entgegen? Keine, denn wenn sie das tut, so riskiert sie ihr Banklizenz. Also ist faktisch auch das berühmte „Schweizerische Bankkundengeheimnis“ …..RIP. Damit können die        wenigen (?) Renitenten ihr „Schwarzgeld“ nur noch mittels Noten, Gold oder anderen Aktiven horten. Fürwahr kein nachhaltiges „Geschäftsmodell“! Die straflose Selbstanzeige ist auch für „Renitente“ das einzige taugliche Zukunftsmodell.