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114.Bauarbeiten an Geschäftsliegenschaft; wertvermehrend? oder werterhaltend? by Michael Leysinger, dipl. Steuerexperte; L.L.M. Taxation(FH); SV17

 


(21.01.2018) Der Steuergerichtshof Kanton FR fällte am  25. August 2017 ein Urteil. Es  ging um Bauarbeiten an einer Geschäftsliegenschaft und um die Aktivierbarkeit von Kosten; dafür hätten diese Kosten einen dauerhaften Mehrwert generieren müssen, sonst wären sie gar nicht akivierbar und würden  zu ganz gewöhnlichen Liegenschaftsunterhaltskosten mutieren und wären dafür aber auch steuerlich absetzbar. Der Steuerpflichtige wollte für seine Steuerplanung (auf die gehen wir an dieser Stelle nicht ein) aber etwas Anderes: Kosten Aktivieren und in späteren Steuerperioden abschreiben.

Was ist zu tun? Der Entscheid liegt in erster nach den Plänen des Steuerpflichtigen; die Behörde richten sie nach dem Sachverhalt der ihnen präsentiert wird und beurteilen den ihnen vorgelegten Sachverhalt nach ihrer „Praxis“ und  geben  gegebenenfalls höchstens ihren noch Senf (das nennt man dann in der Amtssprache „sachgerechte“ Beurteilung) dazu. Im Endeffekt kommt es so oft zu einer anderen steuerlichen Beurteil als die vom Steuerpflichtgen gewollte.

Hier passierte das, was in Praxi oft angetroffen wird: man „teilt“. Der Steuergerichtshof tagte wohl – wie üblich – im stillen Kämmerlein und legt die eingereichten Beweismittel (Lieferantenrechnungen) auf drei Haufen: einen für die klar geschäftsmässig begründeten Auslagen; einen für die typischerweise privaten Aufwendungen (z.B. Duschkabine der Chefin, Fall A) und einen für die wertvermehrenden Investitionen (man hat z.B. den Keller saniert, um dort gewisse vorbereitende Unterhaltsarbeiten  für Kundenaufträge auszuführen (Fall B).

Der Fall A wird dann als Abzug zugelassen, wenn eine alte Duschkabine ersetzt wird. Ist das nicht der Fall (es gab keine zu ersetzen), so gibt es 2 Handlungsalternativen: I) Aktivierbare Anlagekosten:  „Wertvermehrend“, denn die geduschte Chefin arbeitet produktiver als die ungeduschte (man nehme sich ein Beispiel: „Duschen mit Doris“). II) Kein Geschäftsaufwand weil Lebenshaltungskosten: Die Chefin hat nicht ungepflegt zur Arbeit zu erscheinen und soll deshalb gefälligst zuhause duschen.

Der Fall B  ist klarerweise eine geschäftlich bedingte Investition, die in der Bilanz aktiviert wird und über die Zeit abgeschrieben werden soll.

WICHIGER HINWEIS: Ich habe den Sachverhalt – um es interessanter zu machen – ein bisschen „angereichert“.