Allgemein, Firmensteuern, Persönliche Steuern, Steuervorlage 2017 (SV17)

103. Schweizer Bankgeheimnis – RIP! By Michael Leysinger, dipl. Steuerexperte; LL.M. International Tax Law (UZH) SV17

(10.01.2018) Angeblich soll vor einigen Tagen die „Initiative zum Schutz der Privatsphäre“ (vulgo: „Bankgeheimnis-Initiative“) von den Initianten deshalb zurückgezogen worden sein, weil der Bundesrat auf die Revision des Steuerstrafrechts verzichtet hat.

Das sind politische Sirenengesänge zwecks Gesichtswahrung der Initianten; das „Bankgeheimnis“ existiert nämlich praktisch gar nicht mehr. Aus dem Ausland wird gemeldet (AIA (automatischer Informationsaustausch von Finanzdaten) mit bald mehr als 80 Staaten) was das Zeug hält und im Inland gibt es keine Bank, die unversteuerte Gelder entgegennimmt. Würde sie das tun, so riskiert sie den Verlust ihrer Banklizenz.

Also auch „mit Bankgeheimnis“ gibt es  in der real existierenden Praxis keine Möglichkeit mehr Schwarzgeld zu horten.

Wirklich keine Möglichkeiten? Doch, man kann z.B. Banknoten, wie die 1000-Frankennote, sammeln; davon gibt es rund 45 Millionen Stück. Hier stellt sich die Frage, wo dass diese gelagert werden und was denn passiert, wenn die neue Serie aufgelegt wird. Gold, Edelsteine etc. sind auch noch Alternativen – allerdings sehr umständliche.

Die „Good Old Days“ sind passee – es gibt nur noch eins: (evtl. straflose) steuerliche Selbstanzeige; das ist die einzige taugliche Weissgeldstrategie.